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13.03.2019

Call for Abstracts

ZPTh – Zeitschrift für Politische Theorie

Verantwortlich: Michael Reder, Dominik Finkelde, Karsten Fischer

Dialektik des Liberalismus
Zwischen globalem Versprechen und Verfehlungen

Der Liberalismus ist gegenwärtig das zentrale Paradigma, sowohl in der politischen Theorie als auch in der (welt-)politischen Wirklichkeit. Über drei Jahrhunderte hinweg wurden viele Theorien entwickelt, die diese Entwicklung des Konzeptes förderten bzw. theoretisch schärften. Gleichzeitig wird seit Mitte des 20. Jahrhunderts die Idee bzw. das politische Leitbild des Liberalismus immer mehr aus dem nationalstaatlichen Kontext auf die globale Ebene übertragen. Die Debatten über liberal-statebuilding angesichts globaler Konfliktherde, über Menschenrechte als Orientierungsrahmen für Weltpolitik und die Zuordnung von Religion und Politik auf globaler Ebene sind nur drei Beispiele für diese Entwicklung.

Dabei zeigt sich jedoch gerade in globaler Perspektive auch eine grundlegende Dialektik des Liberalismus. Während in vielen politischen Feldern Freiheit, Pluralismus und Demokratie als Versprechen des Liberalismus konstruktive Impulse für die Weltgesellschaft liefern können, zeigen sich in anderen Hinsichten grundlegende Ambivalenzen und teils auch Widersprüche, beispielsweise wenn liberale Unterscheidungen absolut gesetzt werden und so dem Versprechen nach Freiheit zu widersprechen drohen. Die gegenwärtige weltpolitische Lage weist zudem Entwicklungen auf, die sich als Gegenbewegung zu liberalen Grundannahmen verstehen lassen – angefangen von religiös motivierten, gewaltbereiten Akteuren bis hin zu neuen Formen von Nationalismen, die zur angeblichen Verteidigung kultureller Traditionen Freiheit eher einschränken als stärken wollen. Steckt der Liberalismus also gerade in der Phase seiner globalen Ausdehnung in einer grundlegenden Krise? Spiegelbild dieser Frage ist die große Vielfalt an Literatur, die gegenwärtig zum Liberalismus publiziert wird.

Das Schwerpunkt-Thema „Dialektik des Liberalismus“ will sich vor dem skizzierten Hintergrund mit den Versprechen und Verfehlungen des Liberalismus als globalem Paradigma auseinandersetzen. Die leitende Annahme lautet dabei, dass der Liberalismus mit Blick auf die gegenwärtige globale Situation zugleich vorherrschend als auch krisenhaft ist und dies jeweils aus seiner Theorie und Praxis erklärbar sein könnte. Die in der Zeitschrift für Politische Theorie versammelten Beiträge sollen mithin sowohl in historischer als auch systematischer Hinsicht die Dialektik des Liberalismus analysieren, Potenziale, aber auch widersprüchliche Implikationen reflektieren bzw. mit Blick auf exemplarische globale Themenfelder diskutieren.

Vertreter und Kritiker des Liberalismus sollen dabei gleichermaßen zu Wort kommen, um nach Zukunftsperspektiven für eine Weiterentwicklung des Liberalismus zu fragen. Denn der Liberalismus erscheint nicht als ein abgeschlossenes, sondern vielmehr offenes Leitbild, das angesichts globaler Dynamiken auch offen für Neuformulierungen ist. Zur Diskussion stehen mag die Frage, inwieweit sich der Liberalismus als eine Theorie zur Deutung und Gestaltung weltpolitischer Prozesse überhaupt noch eignet oder wie der vielfach problematisierte Zusammenhang von politischem Liberalismus und kapitalistischem Wirtschaftssystem interpretiert werden kann.

Mögliche Beiträge und Themenfelder
A) Historisch angelegte Beiträge
- Analyse und Reflexion der historischen Ursprünge des Liberalismus mit Blick auf
die skizzierten, inhärenten Spannungen
- Reflexion und Vergleich verschiedener Traditionslinien innerhalb liberaler Theoriebildung
B) Systematisch angelegte Beiträge
- Worin liegen die Potenziale des Liberalismus als politische Theorie, worin seine
Schwächen?
- Wie lassen sich liberale Theorien angesichts gegenwärtiger (welt-) gesellschaftlicher
Entwicklungen systematisch weiterentwickeln?
- Wie lässt sich der Liberalismus als Grundlage für eine internationale politische
Theorie fassen?
- Welche Potenziale und Begrenzungen weisen liberale Theorien angesichts konkreter
(welt-)politischer Herausforderungen bzw. Krisenphänomene auf?

Abstracts im Umfang von max. 3.000 Zeichen sind bis zum 31. Mai 2019 an Karolin-Sophie Stueber (karolin-sophie.stueber@hfph.de) zu senden. Ein Feedback durch die Herausgeber erfolgt bis zum 30. Juni 2019. Die fertigen Beiträge (Länge 50.000 inkl. Leerzeichen) sind bis zum 30. November 2019 einzureichen. Die Auswahl für den Druck unterliegt einem Begutachtungsverfahren. Richtlinien zur formalen Gestaltung der Beiträge finden sich unter https://budrich.de/ZPTh/Hinweise_zur_Formatierung/ZPTh_AutorInnenhinweise_2018.pdf.

Für Rückfragen an die Herausgeber wenden Sie sich gerne an Michael Reder, Hochschule für Philosophie (michael.reder@hfph.de).

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